Weihnachten: Schlachtfest und Kaufrausch ohne Grenzen

Weihnachten gilt als das Fest der Liebe und des Schenkens. Man bereitet sich, seiner Familie und seinen Freunden eine schöne Zeit, sitzt gemütlich zusammen, es gibt jede Menge leckeres Essen und man versucht wenigstens einmal im Jahr, die gesamte Familie an einen Tisch zu bekommen. So zumindest die Vorstellung. Denn in der Realität sieht es für einen Großteil der Bevölkerung ganz anders aus.

Die letzten Tage vor Weihnachten werden zu einem Marathon des Geschenkkaufens, Kochen, Familientreffen organisieren und die Frage – ob man auch an jeden gedacht hat. Schließlich wäre es total unhöflich, ja gar unverschämt, sollte man auf die verrückte Idee kommen und einfach gar nichts schenken. Weihnachten ohne sinnlosen Kram, der ja doch nur viel zu oft verstaubt nach den Feiertagen, wäre absolut undenkbar.

Und genau das ist leider aus Weihnachten geworden. Eine Fressorgie und ein Kaufrausch ohne Grenzen und jeder, der es auch nur wagt dieses Konstrukt zu kritisieren oder zu hinterfragen: “Muss das denn wirklich sein?”, wird mit dem Satz: “Das macht man eben so!”, verbal KO geschlagen. Schließlich möchte man ja auch kein Spielverderber sein und einmal im Jahr geht das schon in Ordnung. Also hält man einfach den Mund um dem Ärger aus dem Weg zu gehen.

Ich persönlich habe die unbequeme Variante gewählt und habe in den letzten Jahren nichts verschenkt. Ich habe auch nicht anders gegessen als sonst und bin auch nicht hektisch von einem Familientreffen zum anderen gehuscht. Es gab ordentlich Ärger, es wurde viel gemeckert – ja gar angeschrien, was ich mir denn erlaube. Aber – jetzt weiß es jeder um mich herum: Ich möchte nichts geschenkt bekommen, ebenso werde ich auch nichts verschenken und ich möchte auch nicht aufwendig beköstigt werden. Für mich ist Weihnachten ein ganz normaler Tag, an dem ich, ebenso wie auch an allen anderen Tagen im Jahr, möglichst nachhaltig, umweltschonend und tierleidfrei meinen Alltag gestalte.

Wieso, weshalb, warum? Egal, man hat es schon immer so gemacht!

Wieso wird eigentlich ein Nadelbaum aufgestellt und geschmückt? Warum werden an den Feiertagen Ente, Pute, Truthahn oder Gans gegessen? Wieso werden an Heiligabend Würstchen und Kartoffelsalat serviert? All dies sind berechtigte Fragen. Antworten darauf bekommt man kaum. “Das macht man eben so!”, ist der absolute Klassiker und für viele reicht auch genau diese Aussage schon als Begründung.

Unter dem Deckmantel der Tradition wird gekauft, geschmückt und gekocht, was das Zeug hält. In Frage stellen? Quatsch, wozu denn auch. Ist ja so viel bequemer. Tatsächlich wäre es aber deutlich bequemer, die Feiertage ruhig und im kleinen Kreis zu verbringen, mit nur den Menschen, die man auch wirklich sehen möchte. Große Familientreffen sind meistens nichts weiter als ein großes Ärgernis. Aber da muss man eben durch, ist ja schließlich Familie. Vorher gibt es noch Instruktionen, welche Themen angesprochen werden dürfen und welche nicht, es soll ja nicht eskalieren und schon kann man auch “gemütlich” zusammensitzen.

Zu der Aussage: “Das haben Menschen schon immer so gemacht!”, können wir euch diesen Artikel empfehlen.

Nachhaltigkeit war einmal

Geschenke bringen gleich doppelt so viel Freude, wenn diese noch anschaulich in Geschenkpapier verpackt werden. Leider liegt genau hier das Problem. Geschenkpapier wird aufwendig behandelt, mit meist giftigen Farben bedruckt oder glasiert, damit es schön glänzt. Es wird gekauft, beim Auspacken zerrissen und weggeworfen. Und das Jahr für Jahr für Jahr. Besonders umweltfreundlich ist dies definitiv nicht! Auch hier gibt es viele tolle Alternativen, Geschenke umweltfreundlicher zu verpacken – Quelle.

Hinzukommt natürlich sämtlicher Müll, welcher durch all das Essen, die Geschenke an sich, Weihnachtsschmuck und die Bäume anfällt.

Dabei geht Nachhaltigkeit einfacher, als man denkt!

Kinder und Tiere leiden für unser Fest der Liebe

Was wird zu Weihnachten besonders gern verschenkt? Spielzeug, Elektroartikel, Kleidung und Dekoration. Die Meisten dieser Produkte kommen aus dem Ausland, werden von Kindern hergestellt oder sind von oben bis unten mit Chemie behandelt. Vor allem für Spielzeug treffen all diese Punkte zu – Quelle. Aber ist doch nicht so schlimm. Einmal im Jahr kann man doch mal eine Ausnahme machen. NEIN, kann man eben nicht! Anderen eine Freude machen durch Produkte, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden – dies sollte ausnahmslos boykottiert werden und zwar ganzjährig!

Und von all den Tieren, welche für die Festtage geschlachtet werden, fangen wir jetzt gar nicht erst an. Einige davon sind noch Kinder (Lämmer). Aber es sind ja schließlich “Nutztiere”, also geht das schon in Ordnung.

Wer seinen Horizont diesbezüglich erweitern möchte, sollte sich unbedingt mit dem Thema Karnismus auseinandersetzen.

Ein paar Worte zum Abschluss

Wir möchten niemandem das Weihnachtsfest verderben. Ebenso sagen wir auch nicht, dass man nicht lecker essen und die Familie treffen kann. Aber leider ist aus Weihnachten ein einziger Konsumrausch geworden und ein kritischer Blick ist mehr als angebracht. Immer mehr Menschen um mich herum entscheiden sich dafür, die Feiertage ruhig angehen zu lassen. Auch auf Geschenke wird größtenteils verzichtet. Man muss sich nur viel häufiger die Frage stellen: “Muss das denn wirklich sein?”. 

Machen wir Weihnachten wieder zum Fest der Liebe und schenken doch statt materiellen Dingen lieber Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Mitgefühl.

Vegane Weihnachtsplätzchen selber backen.

  • Marcus
Von | 2018-03-20T15:34:42+00:00 Dezember 6th, 2017|News und Aktuelles|2 Kommentare

2 Comments

  1. Jessi 14.12.2017 um 15:54 Uhr

    Danke für diesen wundervollen Beitrag! <3

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