In so mancher Diskussion mit einem Fleischfreund kann man mit Fakten, Daten, Studien, persönlichen Erfahrungen, Fachwissen und allerlei ethischen Argumenten um sich werfen, wie man möchte – früher oder später kommt der Punkt, an dem das Gehirn des Gegenübers seinen Dienst quittiert und man sich plötzlich nur noch mit Wörtern wie Höhlenmenschen, einsamen Inseln und Löwen konfrontiert sieht. Entgegen aller Logik, sieht sich der scheinbar überlegene Fleischfresser nun absolut im Recht und kann gar nicht mehr aufhören, mit solch geistigen KO – Schlägen um sich zu hauen.

Aber ob man es nun glaubt oder nicht, genau solche Aussagen können mit ein wenig Logik und Nachdenken getrost als Humbug abgestempelt werden. Gehen wir nun einmal Schritt für Schritt die absoluten Klassiker durch.

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Teil 3

Eine vegane Ernährung ist mir zu kompliziert!

Wie alles Neue, ist auch eine rein pflanzliche Ernährung zu Beginn ungewohnt und man muss sich Stück für Stück herantasten. Am Anfang stellt man sich häufig folgende Fragen:

  • Was kann ich kochen?
  • Welche Nährstoffe sind wo enthalten?
  • Wieso verdammt nochmal ist hier überall Milchzucker drin? (Ein Klassiker!)

Doch hier heißt es am Ball bleiben und sich nicht unterkriegen lassen! Schon nach kurzer Zeit werdet ihr merken, dass die Einkäufe selbstverständlich werden, die Rezepte euch zufliegen und ihr wisst ganz genau, wo ihr euch im Internet informieren könnt. Gut Ding will eben Weil haben! Anders als vor einigen Jahren, gibt es heutzutage tausende Bücher, Blogs, Videos und Möglichkeiten, sich zu informieren.

Mit Obst und Gemüse kann man unmöglich seinen Kalorienbedarf decken!

Mehr als 60% der Deutschen sind übergewichtig. Somit haben diese Menschen schon einmal keine Ahnung, wie hoch ihr täglicher Kalorienbedarf eigentlich ist! Aber Spaß beiseite – um tagsüber fit zu bleiben, stellt uns die Natur wahre Energie-Bomben zur Verfügung. Nüsse haben beispielsweise mehr als 600kcal/100g. Selbiges gilt auch für Erdnuss-, Mandel oder Sesammus (Tahin). Damit nehmt ihr nicht nur ausreichend Kalorien zu euch, sondern auch eine gewaltige Portion Proteine und gesunde Fette! Dazu noch ein oder zwei Scheiben Körnerbrot, Vollkornknäckebrot oder Maiswaffeln und ihr seid wieder voll aufgeladen! Auch Bananen liefern euch nicht nur viel Energie, auch Magnesium, Phosphor, Kalium und Kalzium! Wurst, Käse und Co können da nicht einmal annähernd mithalten!

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Was kann man denn außer Obst und Gemüse eigentlich noch essen?

Davon einmal abgesehen, dass es mehrere Zehntausend Sorten Obst und Gemüse gibt, ist dies selbstverständlich nicht das Einzige, was ihr essen könnt! Viele Lebensmittel, die man schon seit Jahren isst, haben ausschließlich pflanzliche Zutaten – ohne, dass man sich dessen vielleicht bewusst war! Brot, Brötchen, Tiefkühlprodukte wie Pommes, Kroketten oder Pfannengemüse, selbst viele Süßigkeiten sind vegan.

Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung besteht jedoch vorwiegend aus unverarbeiteten Nahrungsmitteln wie:

  • Obst und Gemüse (möglichst saisonal kaufen)
  • Nüsse und Samen (auf das Herkunftsland achten)
  • Getreide
  • Hülsenfrüchte

Auch auf Fertigprodukte, wenn es mal schnell gehen muss, braucht niemand zu verzichten. Würstchen, Schnitzel, Steaks, Aufstriche und Milchprodukte sind heute in jedem Supermarkt anzutreffen.

Hier gilt sollte jedoch auf einige Punkte geachtet werden:

  • Welche Firma stellt das Produkt her? (Wiesenhof, Nestlé und Co sind absolutes No-Go)
  • Welche Zusatzstoffe wurden verwendet? (E-Stoffe oder Konservierungsstoffe)
  • Ist viel Salz, Zucker oder Palmfett enthalten? (Produkte mit Palmfett oder -öl möglichst meiden)
  • Aus welchem Land kommt das Produkt und die verwendeten Zutaten? (Ökobilanz, langer oder kurzer Transportweg)

Auch das klingt zunächst kompliziert. Aber irgendwann reicht ein schneller Blick auf die Verpackung und gewisse Wörter fallen einem bereits auf Anhieb ins Auge! Und man kann sich nie sicher sein – vor allem Milchzucker, Milcheiweiß, Molke oder Hühnereiweiß werden gerade zu inflationär eingesetzt.

Vollwertig vegan leben mit wenig Geld – Tipps und Tricks!

Und womit esse ich jetzt mein Müsli?

Auch Milchliebhaber müssen auf nichts verzichten! Mittlerweile ist der Markt mit zahlreichen Produkten in verschiedenen Geschmacksrichtungen bestückt. So gibt es eben nicht nur Sojamilch, sondern Dinkel-, Hafer-, Mandel-, Kokos-, Dinkel-, Buchweizen-, Reis– oder Lupinenmilch.

Viele Firmen bieten ihre Produkte auch in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wie Schoko, Vanille, Banane oder Erdbeere an. Auch auf seine Extraportion Kalzium muss man nicht verzichten. Angereichert mit verschiedenen Algen, welche man NICHT im Produkt schmeckt, liefert euch Pflanzenmilch jede Menge Kalzium!

Ganz einfach Pflanzenmilch selbst herstellen!

Vegane Produkte sind doch voll mit Chemie!

Wie oben bereits geschrieben, setzt sich eine gesunde pflanzliche Ernährung aus möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln zusammen. Man muss sich nicht jeden Tag von Tofo und Sojamilch ernähren – die Vielfalt ist nahezu grenzenlos. Auch Pflanzenmilch ist entgegen vieler Vorurteile von fast allen Firmen frei von Zusätzen. Lediglich Wasser, Meersalz oder Rohrzucker sind die gängigen Zutaten. Natürlich gibt es auch hier einige schwarze Schafe. Aber dies sind eben nur Ausnahmen und repräsentieren nicht die gesamte Produktpalette. Auch Aufstriche mit vielen Zutaten enthalten bei näherem hinsehen ausschließlich gesunde Zutaten und keine Chemie. Ein kurzer Blick auf Zutatenliste schafft hier schon Klarheit und räumt eben dieses Vorurteil aus dem Weg!

Hier geht es zum ersten Teil!