“Stimmt, du ernährst dich ja anders, du bist ja Veganer.” 

Nicht nur im Bezug auf die Ernährung, sondern auch die Sicht auf unsere Umwelt und Mitmenschen ist für viele nicht die “normale” Ansicht, sondern eine andere. Eben eine, die scheinbar nicht selbstverständlich ist, sondern nur etwas für Außenseiter und extravagante Menschen und für viele ein Luxusproblem. Dabei haben wir ja so viele andere Dinge, um die man sich kümmern sollte.

Wir möchten dir kurz und knapp aufzeigen, weshalb eine vegane Lebensweise alles andere als extravagant ist.

Tierschutz ist normal

Viele Menschen gehen davon aus, dass Tierschutz etwas tolles ist, wenn er den Tieren zugesprochen wird. Neue Gesetze und Anordnungen werden löblich aufgenommen und gefeiert. Doch betrachtet man das Thema Tierschutz genauer, sollten wir eines nie vergessen: Tierrechte sind kein Geschenk von den Menschen an die Tiere, sondern etwas, das wir den Tieren von Geburt an weggenommen haben. Tier- und Menschenrechte sind absolut selbstverständlich und normal. Nur weil es zu viel zu viele missachten, wird es nicht zur Normalität, eben diese Rechte mit Füßen zu treten. Jedes Tier hat das Recht auf ein langes und unversehrtes Leben. So wie auch Menschen.

Natur- und Umweltschutz sind normal

Alles, was wir besitzen hat seinen Ursprung in der Natur. Egal ob Essen, Kleidung, Baumaterialien und alle Verbrauchs- und Gebrauchsgegenstände. Ihr Ursprung findet sich immer in unserer Umwelt. Folglich sollten wir auch diese Umwelt respektieren und angemessen schützen. Das ökologische Gleichgewicht ist dermaßen fragil, dass bereits kleinste Veränderungen drastische Auswirkungen haben können. Einiges kann der Planet kompensieren, anderes jedoch nicht. Wichtige Ressourcen und Lebensräume gehen verloren, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Geht diese Zerstörung weiter, müssen auch wir als Bewohner dieses Planeten auf gewisse Dinge verzichten. Ackerflächen werden unfruchtbar, Wälder werden gerodet, Ozeane werden verschmutzt, ja selbst unsere Atemluft verändert sich stets. Gesund ist dies weder für Mensch, Tier noch Natur.

Somit sind eben Natur- und Umweltschutz nicht nur etwas für Hippies und Menschen, die scheinbar nichts Besseres zu tun haben, sondern sie betreffen uns alle. Ob du dir darüber im Klaren bist oder nicht spielt keine Rolle. Auch du bist ein Teil dieses Planeten. Auch du bist auf die Umwelt angewiesen. Sie gibt dir alles, was du zum Leben brauchst. Wenn du sie weiterhin nicht achtest, wird sie sich eines Tages an dir rächen. Dabei gibt es jedoch einen gravierenden Unterschied: Die Natur kann ohne den Menschen überleben, der Mensch aber nicht ohne die Natur.

Für mehr Gesundheit und WohlbefindenKurkuma

Achtsamkeit und Mitgefühl sind normal

Damit du Fleisch essen kannst, müssen andere Menschen hungern. Die Futtermittel der Tiere kommen aus bettelarmen Ländern. Um 65 Milliarden “Nutztiere” jedes Jahr ernähren zu können, sind Massen an Futtermittel erforderlich, die du dir kaum ausmalen kannst. Wäre es hier nicht viel sinnvoller, die angebauten Rohstoffe direkt an den Menschen zu geben? Hinzu kommt natürlich auch das viele Trinkwasser der Tiere. Eine Kuh z.B. trinkt ca. 50-80l Wasser am Tag (Hier haben wir keine eindeutigen Quellen gefunden. Einige Seiten berichteten sogar von ca. 150l Wasser am Tag.). Ein Mensch benötigt ca. 2l Wasser. Hier muss man keine großen Rechnungen anstellen, um zu erkennen, dass dies ethisch nicht korrekt sein kann, solange es noch Menschen gibt die verhungern und verdursten.

Selbiges gilt natürlich auch für alle Milchprodukte. Auch dies kann man einfach herunter brechen. Kuhmilch ist die Muttermilch für ein Kalb. Nur soll eben diese Milch für den Menschen abgepumpt werden. Folglich darf das Kalb sie nicht trinken. Damit dies nicht geschieht, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Gängigste sind sogenannte Kälberboxen. Eine weiße kleine Box, in der das Kalb untergebracht ist, damit es nicht zur Mutter kann. Eine andere, schon barbarische Methode, sind Nasenringe mit spitzen Stacheln aus Metall. Jedes Mal wenn das Kalb dann trinken möchte, sticht es mit den Stacheln in das Euter der Mutterkuh und diese zuckt vor Schmerz zur Seite und lässt dem Kalb somit keine Möglichkeit, etwas zu trinken. Wenn ihr mal wieder an einem kleinen Bauernhof vorbei kommt, dann achtet einfach mal darauf, ob ihr die kleinen weißen Boxen seht. Denn anders als die gängige Meinung, dass diese Methoden nur in großen Betrieben zum Einsatz kommen, werden sie auch auf kleineren Höfen angewandt.

Und solche Beispiele könnten wir ewig weiter aufführen. Hinzukommen sämtliche Tierversuche für teils sinnlose Produkte und Vorgänge wie Zigaretten, Alkohol und Autoabgase. Du hast richtig gelesen: Zigaretten und Alkohol werden an Tieren getestet. Und an dem großen Abgasskandal, bei dem Affen herhalten mussten, erinnern sich bestimmt noch viele. – Quelle

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Rücksichtnahme auf andere Menschen, auch wenn sie noch weit entfernt beheimatet sind und natürlich auf alle Tiere selbstverständlich sein sollte. Auch hier sollte jeder bemüht sein, sich für ein angemessenes und lebenswertes Allgemeinwohl einzusetzen. Denn ebenso wie Umwelt-, Natur- und Tierschutz, sind auch der Schutz der Menschenrechte für Jedermann erstrebenswert.

Was hat das Alles mit dem Veganismus zu tun?

Kurz gesagt: einfach alles! Wer sich für eine vegane Lebensweise entscheidet, aus welchen Gründen auch immer, setzt sich auch automatisch für all diese Punkte ein. Dennoch sollte man auch hier einiges beachten:

  • kaufe möglichst saisonal und regional
  • kaufe möglichst unverarbeitet
  • achte auf die Herkunft der Produkte und Nahrungsmittel
  • achte darauf, welche Firma hinter dem Produkt oder Nahrungsmittel steht
  • achte auf eine große Abwechslung (es gibt eben nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Nüsse, Samen und Getreide)
  • unterstütze auch die kleinen Läden und Märkte, sonst gibt es bald keine mehr

Meine Entscheidung für eine vegane Lebensweise war einst der gesundheitliche Aspekt. Doch mittlerweile steht für mich der Tier- und Umweltschutz an oberster Stelle. Ich bin kein Hippie, kein Außenseiter und auch niemand, der mit seiner Zeit nichts besseres anzufangen weiß. Ich bin einfach jemand, dem die aktuellen Probleme und Ungerechtigkeiten auf diesem Planeten nicht egal sind. Und auch wenn ich alleine nur Kleinigkeiten ändern und bewegen kann, kann eine große Masse auch große Dinge ändern und bewegen. Daher sollten wir uns alle gemeinsam diesen Problemen widmen und zeigen, dass uns diese Welt mit ihren Mitbewohnern nicht egal ist!

  • Marcus