So werden fühlende Lebewesen für die Massentierhaltung verstümmelt

Das Leben der Tiere in der Massentierhaltung ist geprägt von Langeweile, Frust, Angst, Tod, Leid und Schmerz. Die Belastung für die Psyche ist enorm. Damit die Tiere sich nicht selber noch mehr verletzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Verstümmelung. Ohne Betäubung und völlig legal! Auch vor und während der Schlachtung kommt es immer wieder zu Komplikationen.

Die hier beschriebenen Methoden und Vorgänge sind nur einige. Auch bei Schafen werden die Schwänze abgeschnitten, Hühnerkämme werden abgetrennt und bei Ferkeln werden die Zähne auch oftmals herausgebrochen. Aus Zeit- und Kostengründen werden viele dieser Praktiken ohne Betäubung durchgeführt. Diesen Artikel zu schreiben war äußerst schmerzhaft, denn das ist die Realität!

Kühe

Natürlicherweise würden Kühe in Sozialverbänden von etwa 20 Tieren leben, mit einer klaren Rangordnung und einem Leittier. Bis zu 10 Stunden am Tag verbringen Kühe mit Grasen. Währenddessen bewegen sie sich langsam vorwärts und legen so mehrere Kilometer am Tag zurück. Zwischen den Phasen der Nahrungsaufnahme legen sie sich immer wieder zum Wiederkäuen nieder. Kühe erreichen ein Gewicht von etwa 500–800 kg. Ihre natürliche Lebenserwartung liegt bei 18–25 Jahren. Kühe verfügen über ein Langzeitgedächtnis und sind imstande, voneinander zu lernen. Sie sind sehr neugierige und intelligente Tiere. Quelle

  • jedes Jahr werden ca. 3 Millionen Kälber enthornt
  • erst nach jahrelangem Protest müssen seit 2015 Schmerz- und Beruhigungsmittel vor der Durchführung verabreicht werden
  • die logische Schlussfolgerung daraus: Enthornung ist ein äußert schmerzhafter Prozess!
  • viele Kühe werden schwanger geschlachtet und die Kälber ersticken qualvoll im Mutterleib (ca. 180.000 Kühe/Jahr)
  • ca. 7% der Kühe sind bei der Schlachtung nicht ordnungsgemäß betäubt

Milchwirtschaft

  • Kälber werden direkt nach der Geburt von der Mutter getrennt
  • männliche Kälber eignen sich weder für die Milch- noch Fleischproduktion und werden geschlachtet
  • um zu verhindern, dass die Kälber trinken können, bekommen sie einen Stachelring um die Schnauze gelegt – dieser löst starke Schmerzen bei der Mutterkuh am Euter aus
  • überschüssige Haare am Euter werden mit einem Bunsenbrenner entfernt, bevor die Kühe an eine Melkmaschine gehen

Schweine

Der natürliche Lebensraum von Schweinen ist der Wald. Weibliche Tiere und ihre Jungen bilden Sozialverbände von bis zu 30 Tieren, mit einer Hierarchie, die das friedliche Zusammenleben sicherstellt. Die Gruppe lebt in einem festen Revier und wird von der ältesten und erfahrensten Sau geleitet.

Am liebsten führen Schweine alle Aktivitäten gemeinsam mit der Gruppe aus. Die sozialen Tiere kommunizieren dabei auf vielfältige Weise miteinander – bisher konnten 20 verschiedene Laute entschlüsselt werden. Bis zu 8 Stunden am Tag verbringen Schweine mit der Nahrungssuche und legen dabei rund 30 Kilometer zurück. Schweine sind Allesfresser, bevorzugen allerdings Wurzeln, Obst und Gemüse. Ihre natürliche Lebenserwartung liegt bei etwa 15 Jahren. Quelle

  • zur Besamung und Geburt der Ferkel, verbringen weibliche Tiere einige Wochen in so engen Kastenständen, dass sie sich nicht einmal herumdrehen können
  • männliche Ferkel werden direkt nach der Geburt kastriert, da ein geringer Anteil des Fleisches sonst einen unangenehmen Geruch entwickeln könnte
  • die Kastration erfolgt ohne Betäubung
  • nach einem Schnitt am Bauch werden die Hoden meist mit den Händen herausgerissen
  • Ringelschwänze werden mit einer Zange abgeknipst, um einen haltungsbedingten Kannibalismus der Tiere untereinander zu verhindern
  • Eckzähne werden betäubungslos abgeschliffen, um Verletzungen an den Mutterzitzen zu verhindern
  • Schlachtung erfolgt durch vorhergehendes Vergasen oder mit Elektroschocks
  • ca. 12% der Tiere werden nicht ordnungsgemäß betäubt und wachen im Brühbad wieder auf oder sind beim Durchschneiden der Schlagadern bei Bewusstsein
  • das Brühbad ist kochend heißes Wasser zum Entfernen der Borsten

Enten

Enten sind Tiere mit vielseitigen Fähigkeiten: Auf ihren jährlichen Wanderungen in freier Wildbahn legen die Zugvögel oft mehrere hundert Kilometer zurück, wobei sie Fluggeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h erreichen können. Ihr eigentliches Element ist jedoch das Wasser – Enten sind hervorragende Schwimmer. Zudem sind sie soziale Tiere mit vielfältigen Verhaltensweisen. Zur Balzzeit führen die Männchen »Ententänze« auf, um den Weibchen zu imponieren und sich eine feste Partnerin zu sichern. Quelle

  • kein Zugang zu offenem Wasser in der Haltung
  • auf Grund der schnellen Gewichtszunahme leiden viele Tiere unter Knochenbrüchen oder schwerwiegenden inneren Erkrankungen
  • viele Tiere erreichen somit keine Tränke mehr und müssen langsam verdursten
  • vor der Schlachtung lässt man die Tiere ca. 8-24h hungern
  • dadurch kommt es zu einer geringeren Kotabgabe beim Transport und somit zu einer geringeren Verschmutzung der Tiere
  • die Tiere werden mittels eines Elektobades betäubt – dazu hängen sie mit den Beinen kopfüber an einer Metallkette
  • viele Tiere jedoch heben den Kopf aus Panik und versuchen zu entkommen
  • dadurch werden sie nicht nicht betäubt und es kommt zu schweren Knochenbrüchen der Beine auf Grund des hohen Gewichtes
  • vielen werden somit bei Bewusstsein die Kehlen durchtrennt

Hühner

In Freiheit leben Hühner in festen Gruppen von 10–20 Hennen und einem Hahn zusammen. Die Gruppen haben eine stark ausgeprägte Hierarchie, die Hackordnung genannt wird und ein friedliches Zusammenleben sicherstellt. Hühner sind sehr soziale Tiere und kommunizieren auf vielfältige Weise miteinander – bisher konnten über 30 verschiedene Laute dokumentiert werden.

Die Hälfte ihres Tages verbringen Hühner mit der Nahrungssuche, bei der sie scharren, picken und jagen. Die tägliche Gefiederpflege dient ihrem Wohlbefinden und der Gesundheit. Dazu gehört auch die Lieblingsbeschäftigung der meisten Hühner – ein Bad in Erde, Sand oder Staub. Hühner halten sich tagsüber meist auf dem Boden auf, aber bei Gefahr und zum Ruhen fliegen sie erhöhte Plätze auf Bäumen an.

Wild lebende Hühner legen und brüten bis zu 40 Eier im Jahr aus. Die Mutterliebe der Glucken ist so ausgeprägt, dass sie sogar Eingang in unseren Wortschatz gefunden hat – als Bezeichnung für eine sehr besorgte Mutter. Die natürliche Lebenserwartung eines Huhns beträgt bis zu 20 Jahre. Quelle

  • die hochgezüchteten Tiere legen bis zu 300 Eier im Jahr
  • diese enorme Leistung zehrt die Tiere aus und führt die schweren Verletzungen der Gliedmaßen und inneren Organe
  • Schnäbel der Küken werden betäubungslos mit einer heißen Zange gekürzt oder gegen eine heiße Metallplatte gedrückt
  • dies ist enorm schmerzhaft, da die Schnäbel mit Nerven und Blutbahnen durchzogen sind

Eierindustrie

  • in der Eierindustrie sind männliche Küken wertlos
  • Jahr für Jahr werden ca. 60 Millionen Eintagsküken in Deutschland getötet
  • sie werden bei lebendigem Leibe geschreddert oder vergast
  • ca. 10% der Legehennen sterben während der Eierproduktion

Anmerkung

Diesen Artikel zu schreiben, war äußerst schmerzhaft für mich. Ich hatte permanent ein flaues Gefühl im Magen. Natürlich bin ich mir darüber bewusst, dass ich auch vor einigen Jahren zu diesem Leid beigetragen habe. Ich brauche nicht versuchen mich herauszureden, aber die Informationen damals waren bei weitem nicht so leicht zu bekommen wie heute. Beinahe täglich laufen Sendungen im Fernsehen darüber und im Internet sprießen Foren, Seiten und andere Projekte wie Gräser aus dem Boden.

Das Leid der Tiere ist kaum vorstellbar und noch als ich für diesen Artikel recherchierte, erfuhr ich einige noch mir unbekannte Details. Ich hoffe dieser Beitrag rüttelt einige Leute wach und zeigt das auf, was die Massentierhaltung wirklich ist – eine grausame und nicht zurechtfertigende Form der Tierquälerei – und Ausbeutung, empfindsamer und unschuldiger Lebewesen!

  • Marcus
Von | 2018-03-25T21:16:48+00:00 März 25th, 2018|News und Aktuelles|0 Kommentare

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