“Für Tofu und Soja wird ja schließlich auch Regenwald gerodet!”

So oder so ähnlich argumentieren noch immer viele Fleischesser, wenn sie sich genötigt fühlen, ihren Konsum zu rechtfertigen. Plötzlich sind mehr der Anbau von Futtermittel oder das Erschließen neuer Weideflächen Schuld an der Zerstörung des Regenwaldes, sondern die Veganer und ihr böser Tofu. Schaut man jedoch genauer auf die pflanzlichen Produkte aus Soja, werden hierfür vermehrt Anbauflächen in Europa genutzt. Vor allem in Dänemark, Fankreich und Deutschland wird mehr und mehr Soja angebaut.

Viehaltung und Futtermittel bleiben Ursache Nummer 1

In einem kürzlich veröffentlichtem Artikel des WWF wird wiederholt bestätigt, was seit Jahren traurige Realität ist: Der Regenwald wird zunehmend für Futtermittel, Weideflächen und Viehaltung zerstört. Da nützt es nichts, sich diese Tatsache schön zu reden und die Verantwortung abzugeben. Wer im Supermarkt seine Billigschnitzel kauft, unterstützt genau diese Vorgehensweise – ob man es wahrhaben will oder nicht. Natürlich ist mir bewusst, dass fast alle Menschen ausschließlich Bio kaufen und auch nur ganz wenig Fleisch essen und wenn dann nur vom Bauern ihres Vertrauens – die Zahlen sprechen aber eine ganz andere Sprache. Deutschland zählt zu den Hauptabnehmern dieser Erzeugnisse (vorallem Futtermittel). Da kann man Brasiliens Politikern die Schuld geben, mit dem Finger auf die Firmen zeigen, welche diese Produkte importieren, den WWF anprangern weil die Zahlen ja gefälscht sein könnten usw. Am Ende der Aktionskette steht jedoch nur ein Schuldiger: Der Konsument, der diese Produkte konsumiert. So einfach war es und wird es auch weiterhin sein!

Unser Konsum ist ausschlaggebend

Wird etwas hergestellt, was niemand benötigt, verschwindet es wieder vom Markt. So einfach funktioniert das Ganze. Und solange noch immer Billigfleisch gekauft und gegessen wird, wird es unter diesen Umständen auch weiter hergestellt. Unser Konsum legt fest, wie unsere Umwelt aussieht. Ich möchte jetzt nicht anfangen darzustellen was wäre, würden sich alle Menschen rein pflanzlich ernähren. Aber in einem Punkt sollten mir sicherlich viele zustimmen: Wer für sein Fleisch wirklich mehr ausgeben würde und es tatsächlich auch von regionalen Anbietern kaufen würde, könnte zumindest dieses zerstörerische Verhalten auf der anderen Seite der Welt ein klein wenig aufhalten. Natürlich wird auch viel Regenwald für Holzprodukte gerodet. Aber hier es wieder exakt das Gleiche. Wer für seine Einrichtung so wenig wie möglich zahlen will, wird dann auch nur schlechte und sehr fragwürtig hersgestelle Ware bekommen. Auch hier lohnt es sich, regionale Unternehmen zu unterstützen, welche ihre Rohstoffe von zertifizierten Händlern beziehen.

Selbstverständlich wären all diese Produkte dann deutlich teurer. Und natürlich könnten es sich dann wohl viele nicht mehr leisten, jeden Tag Fleisch zu essen oder, um bei diesem Beispiel kurz zu bleiben, haufenweise Tische, Regale, Sofas, Stühle, und Komoden zu kaufen. Und genau an diesem Punkt wären wir dann wieder bei meinem Lieblingsthema – Minimalismus! Ich möchte da gar nicht weiter ausholen aber wir leben nunmal in einer Konsumgesellschaft. Wir besitzen von Allem viel zu viel, essen zu viel, werfen zu viel weg, achten zu wenig auf unsere Umwelt und unsere Gesundheit und schon sind wir beim Grundproblem angelangt. Unser Konsum muss wieder realistische und logische Züge annehmen. Und das, woran wir alles unmittelbar arbeiten können, was genau in diesem Moment umgesetzt werden kann, ist und bleibt die Art und Weise wie wir uns ernähren!

Wenn du also das nächste Mal einkaufen gehst, vor dem Kühlabteilung stehst und wieder zur Billigwurst greifen möchtest, dann denke bitte daran, dass in diesem Moment und für dieses Produkt Natur zerstört wird. Und leidet die Natur, wird auch der Mensch leiden – früher oder später! ALLES wird wieder auf den Menschen zurückkommen. Auch auf jene, die verasuchen diese Umstände zu ändern. Probleme, welche alle Menschen betreffen, können auch nur von allen Menschen gelöst werden!