Kiel.Lauf 2017 – Unser erster Halbmarathon

Nach einigen Monaten der Vorbereitung, sind Elisabeth und ich in diesem Jahr unseren ersten offiziellen Halbmarathon gelaufen. Gestartet sind wir in Kiel bei Verwandten und Freunden von uns.

Angereist sind wir bereits am Freitag, den 8. September. Gegen Abend angekommen, haben wir uns Ruhe ausgepackt, unsere Schlafcouch hergerichtet und in der Küche noch den Zeitplan bis Sonntagmorgen, dem Starttermin, aufgestellt. Ich hatte mich dazu entschieden, Freitag und Samstag nur sehr wenig zu essen, um die Glykogenspeicher noch einmal völlig zu entleeren um sie dann am Samstag Abend mit einer ordentlichen Portion Nudeln wieder aufzufüllen. Selbstverständlich ging es auch um das Körpergewicht. In den letzten Monaten habe ich es geschafft, mein Gewicht von 86 kg auf 81 kg zu reduzieren.

Gemeinsam haben Elisabeth und ich an vielen Fronten zugleich gearbeitet. Wir trainieren Gleichgewichts-, Stabilitäts- und Kraftübungen gleichermaßen. Dies sollte nicht vernachlässigt werden und sorgt nicht nur für eine gute Beweglichkeit der Gelenke, sondern trägt auch zu deren Schutz vor Verletzungen bei. Unser Ausdauertraining gestalteten wir folgendermaßen: 1-2 x pro Woche übten wir das Lauf – ABC. Dies sind Übungen wie Kniehebelauf, Anfersen, Seitschritt, Hoppserlauf, kurze Sprints usw. Hierfür brauchten wir ca. 20-30 Minuten. Zuvor warm gelaufen, bildete das Lauf – ABC eine eigenständige Einheit. 1 x alle 2 Wochen bauten wir einen langen Lauf, bei langsamen Tempo ein. Dabei liefen wir zwischen 13 und 16 km. Die wichtigste Einheit für uns war das Intervall – Training. Auf einem Sportplatz oder Waldweg, übten wir 2 x in der Woche kurze Strecken, bei hohem Tempo. Hierbei liefen wir ca 200 – 500 m bei hohem Tempo und anschließend wieder 200 – 500 m sehr langsames Tempo, zur kurzen Erholung. Dies wiederholten wir dann 5- 10 x pro Einheit. Mit dem Intervall – Training konnten wir die besten Ergebnisse erzielen, im Blick auf Ausdauer und Kraftaufbau in den Oberschenkeln.

Der Tag vor dem Halbmarathon

Traditionell werden am Abend vor einem solchen Lauf, Nudeln gegessen. Die Veranstalter laden hierfür zu sogenannten “Nudelparties” ein. Wir entschieden uns aber dafür, in kleiner Runde zu Hause gemeinsam zu kochen und zu essen. Nudeln liefern viele Kohlenhydrate und wenig Ballaststoffe. Schließlich möchte man nicht während des Laufes in Richtung Toilette abbiegen!

Selbstverständlich gab es nur ein Thema – der Lauf am nächsten Tag. Jeder erzählte von seiner Vorbereitung, was er am nächsten Morgen essen wird, welche Schuhe getragen werden usw. Die Nervosität war deutlich zu spüren. Bevor wir uns dann schlafen legten, wurde schon alles bereit gelegt, was wir am nächsten Tag brauchten.

Sonntag – Start 10:50 Uhr

Extra zeitig aufgestanden, hatten wir genug Zeit für unser Frühstück und das wohl allerwichtigste – der Toilettengang. Klingt komisch, ist aber absolut notwendig. Auch zum Frühstück galt: so wenig Ballaststoffe wie möglich zu essen. Elisabeth und ich entschieden uns für Marmelade und Knäckebrot. Dazu der Klassiker schlechthin – Bananen. Schnell gegessen und noch mit ausreichend Zeit, zogen wir uns in Ruhe an, packten unsere Taschen und gaben uns im Bad die Klinke in die Hand.

Mit den Fahrrädern führen wir zu einer Freundin, tranken dort noch mal einen Schluck, schlossen die Räder an und liefen dann zum Start. Und plötzlich waren es nicht mal mehr 30 min bis zum Start. 4 Stunden vorher aufstehen, schützt also nicht vor Zeitdruck gegen Ende. Gerade einmal 5 Minuten vorher erreichten wir die Ziellinie und suchten uns eine freie Stelle. Das wird uns nicht nochmal passieren!

Die Uhren wurden auf GPS gestellt, die Schuhe nochmals geschnürt und dann wurde auch schon von 10 abwärts gezählt. Und auf ging es!

Der Lauf entlang der Förde, durch Wohngebiete, Richtung Stadtzentrum und Rathaus

2 Runden galt es zu laufen. Ich nahm mir vor, schneller als 2 h zu sein. Elisabeth wollte es in unter 2 h und 15 min schaffen. Direkt nach dem Start rief mir Elisabeth noch hinterher: “Marcus du bist zu schnell!” Und genau das wurde mir später auch zum Verhängnis. Bereits im Training hatte ich immer wieder das Problem, am Anfang zu schnell unterwegs zu sein. Jedoch fühlte es sich in den ersten Minuten sehr angenehm an und ich sah mich nicht gezwungen, mein Tempo zu reduzieren. Von der Förde bekam ich kaum etwas mit. Mein Blick richtete sich abwechselnd auf meine Uhr und nach vorne, um niemanden umzulaufen. Entlang der Strecke war einiges los. Viele hatten selbst gebastelte Schilder in der Hand und verschiedene Bands erleichterten uns die Anstrengungen mit Trommeln, Saxophon und Schlagzeug. Die ersten Versorgungsstationen ließ ich aus, da ich auch bei meinen Trainingsläufen nie etwas getrunken oder gegessen hatte, während ich unterwegs war. Elisabeth war jedoch klüger und trank an jeder Station einen kleinen Schluck. Somit hatte sie keine größeren Probleme und schaffte es bis zum Schluss durch zulaufen mit einer Zeit von 2 h und 11 Minuten.

Ich hatte deutlich größere Probleme und bei Kilometer 15 wurde mir mein anfangs hohes Tempo zum Verhängnis. Bei einer langen Steigung wurde mir plötzlich schlecht, schwindelig und ich bekam weiche Knie. Sofort ging ich zur Seite, lief ganz langsam weiter und war kurz davor aufzugeben. Spielt der Kreislauf verrückt, sollte man nicht den Helden spielen. Auch alle Willensstärke nützt nichts. Wäre ich einfach weiter gerannt, hätte ich mich entweder übergeben müssen oder wäre wohl ohnmächtig geworden. Glücklicherweise war direkt vor mir ein Streckenposten. Ich machte einen kurzen Halt, bekam einen Schluck Wasser und sofort ging es mir besser. Bei all der Aufregung habe ich wohl zu dolle geschwitzt und verlor enorm viel Flüssigkeit. Ich lief ganz langsam weiter und machte auf den letzten 6 Kilometern an jeder Verpflegungstelle eine Pause, blieb stehen und trank etwas Wasser. Somit schaffte ich es doch noch bis ins Ziel – leider 49 Sekunden zu langsam in einer Zeit von 2 h und 49 Sekunden. Dennoch war ich zufrieden. Immerhin war ich 3 Minuten schneller, als bei meinem letzten Trainingslauf über 21 km.

Im Ziel angekommen gab es eine Medaille, Essen und Trinken. Kurze Zeit später traf dann auch Elisabeth ein. Erschöpft, aber super glücklich. Vor allem die letzten 3 Wochen der Vorbereitung liefen bei ihr nicht optimal und sie hatte starke Zweifel, ob sie überhaupt ankäme. Umso glücklicher war sie dann und das noch in einer super Zeit. Einige Meter weiter waren Zelte aufgebaut und man konnte sich die Beine massieren lassen. Elisabeth zögerte nicht lange und stellte sich sofort an. Ich wartete am Rand des Zeltes und zog schon einmal meine Schuhe und Socken aus. Ohne es zu merken, hatte ich am rechten großen Zeh eine riesige Blutblase. Aber alles halb so wild, denn Schmerzen hatte ich keine. Eine halbe Stunde, nachdem alle von uns im Ziel ankamen, machten wir uns auch schon auf den Heimweg.

Natürlich wurden noch die obligatorischen Bilder gemacht und zu Hause angekommen, warfen wir unsere Laufsachen in die Wäsche, aßen etwas, legten uns direkt auf die Couch und ließen den Tag entspannt ausklingen.

Der Tag danach

Mein hartes Beintraining im Vorfeld machte sich bezahlt und ich hatte keinen Muskelkater. Elisabeth jedoch hatte deutlich schwere Beine und Treppensteigen wurde zur Herausforderung! Selbstverständlich war sie nicht die Einzige und rückwärts die Treppe runtergehen, wurde zur üblichen Methode an diesem Tag. Den Montag nutzen wir dann, um uns Kiel noch ein wenig anzuschauen. Dienstagmorgen ging es für uns dann wieder mit dem Zug zurück nach Halle.

Und weiter geht es

Unser Training werden wir, wie oben beschrieben, weiter durchführen. Das nächste Ziel ist dann der Halbmarathon beim mitteldeutschen Marathon. Vielleicht sieht man sich ja dort. Sport frei!

Kiel.Lauf 2017 - Unser erster Halbmarathon

Kiel.Lauf 2017 – Unser erster Halbmarathon – im Ziel

  • Marcus & Elisabeth
Von | 2018-03-20T15:37:56+00:00 September 13th, 2017|Fitness|0 Kommentare

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