“Essen ist Privatsache!” – FALSCH – Zeit zum Umdenken

Stell dir vor, du sitzt in einer Gaststätte. Am Nebentisch wird fleißig geraucht und selbstverständlich zieht der Zigarettenqualm auch zu deinem Tisch. Oder du möchtest an einem Sonntag in Ruhe ausschlafen und dein Nachbar fängt morgens um sieben an den Rasen zu mähen. Würde hier irgendjemand auf die Idee kommen, zu sagen: “Wenn sie rauchen möchten – lass sie doch!” oder “Das ist doch seine Sache, wann er Rasen mäht.”

Niemand würde so argumentieren. Denn diese Handlungen haben einen direkten Einfluss auf ihr Umfeld. Sei es durch den gesundheitsschädlichen Rauch von Zigaretten oder die lauten, störenden Geräusche an einem Sonntagmorgen. Somit werden eben diese Tätigkeiten zu keiner Privatsache mehr, da sie auch andere Menschen betreffen.

Essen ist keine Privatsache

Und genau dieses Prinzip gilt auch für die Lebens- und Nahrungsmittel, welche wir essen. Sie müssen angebaut oder gezüchtet werden. Es werden Arbeiter, Transportmittel, verschiedene Flächen für Fabriken, Futtermittelanbau oder Viehhaltung benötigt. Hinzukommen Abfallprodukte wie Verpackungen, Gülle sowie Produktionsreste.

Isst beispielsweise jemand ein Steak, dann musste für dieses eine Stück Fleisch ein Tier geschlachtet werden. Dieses musste vorher gefüttert werden und benötigte somit auch eine Fläche für den Anbau des Futtermittels. Arbeitskräfte wurden für den Transport gebraucht, die Gülle des Tieres landet auf einem Feld usw.

All diese Dinge wirken sich unmittelbar auf die Umwelt aus. Hinzu kommt selbstverständlich die Tatsache, dass für dieses Essen ein Tier sein Leben gelassen hat. Dementsprechend ist es schon aberwitzig zu behaupten, Essen wäre Privatsache, wenn dafür andere Lebewesen sterben müssen.

Die Auswirkungen auf die Umwelt betreffen jeden

Die Gülle auf den Feldern, die enormen Mengen an Treibhausgasen, welche in die Atmosphäre gelangen und natürlich der Regenwald, welcher für Futtermittel und Viehweiden abgeholzt wird, sind nur einige Beispiele. Somit sind das Grundwasser, der Regenwald und das gesamte Klima mit betroffen und dadurch auch jeder Mensch auf diesem Planeten. Völlig egal, wo er wohnt, arbeitet und was er isst. Geht es dem Regenwald schlecht, werden auch wir Menschen in Deutschland dies eines Tages noch deutlicher zu spüren bekommen. Unser Grundwasser ist bereits stark mit Nitraten belastet, weil zu viel gedüngt wird. Auch dies betrifft jeden Menschen, der sein Leitungs- oder Trinkwasser aus solch einem Gebiet bezieht. Auch die gesundheitlichen Auswirkungen dürfen nicht vernachlässigt werden. Steigende Beiträge für Krankenkassen, müssen von allen Versicherten getragen werden – auch wenn diese noch so gesund und gesundheitsbewusst leben.

Ein Umdenken ist gefragt

Alles fing mit einem Stück Fleisch an. Wir haben nun gesehen, dass dies weitreichende Auswirkungen mit sich bringt. Doch leider denken nur wenige Menschen um so viele Ecken. Es muss also unbedingt ein Umdenken stattfinden. Denn so kann es nicht weitergehen!

Selbstverständlich gilt dies für alle anderen Produkte in unserem Alltag auch. Ganz egal, ob Essen, Kleidung oder Elektroartikel. Hinter all diesen Dingen stehen Menschen und Umwelt, die unterschiedlich stark belastet werden oder leiden müssen. Das sollte man sich immer wieder vor Augen führen! Ebenso sollte man sich überlegen, ob man gewisse Dinge wirklich braucht oder ob sie nur eine Verschwendung von Ressourcen darstellen. Dazu haben wir bereits ausführlich in unserem Artikel über Minimalismus berichtet.

  • Marcus
Von | 2018-03-11T18:05:12+00:00 Januar 11th, 2018|News und Aktuelles|0 Kommentare

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