Viele Menschen denken, dass sie mit günstigen Produkten ein Schnäppchen machen und somit Geld sparen würden. Leider geht diese Rechnung nicht auf. Denn eines steht fest: Spart der Endverbraucher, muss jemand anderes in der Produktionskette den wahren Preis dafür bezahlen. Egal, ob Arbeiter in der Herstellung, im Transport oder im Geschäft – jemand MUSS dafür zahlen.

Während du sparst, müssen andere dafür bezahlen

Bereits an einfachen Beispielen können wir diese Problematik leicht verständlich erklären. Ein klassisches Beispiel hierfür sind Kleidungsstücke. In den vergangenen Monaten hat man immer wieder Bilder und Videos von brennenden oder einstürzenden Gebäuden gesehen, da es kaum Sicherheitsbestimmungen in vielen Ländern gibt. Auch hat man Etiketten mit daraufgenähten kurzen Botschaften entdeckt, die wie ein Hilferuf wirkten. Damit wir in der westlichen Welt T-Shirts oder Hosen für 4,99 Euro kaufen können, müssen andere Menschen unter erbärmlichsten Bedingungen und Gehältern arbeiten. Kurz gesagt: Damit wir sparen können, müssen sie leiden! Wenig Geld für viel unmenschliche Arbeit. Fair geht anders!

Auch bei unseren Nahrungsmitteln ist es ganz genau so. Günstiges Fleisch und Milch gibt es eben nur zu miesen Haltungsbedingungen. Günstiges Obst ist oftmals stark mit Pestiziden belastet, damit es schnell und rund um die Uhr wächst. Hierbei schadet man nicht nur der dortigen Natur und Umwelt, sondern auch seiner eigenen Gesundheit. Ebenso Kaffee und Tee kommen oft aus Ländern mit schrecklichen Arbeitsbedingungen. Hier sollte man wirklich nicht aufs Geld schauen, sondern auf sein Herz hören.

Und die Liste geht noch weiter. Für Elektroartikel müssen teilweise Kinder in Afrika täglich stundenlang in Mienen schuften, um die Metalle zu fördern. Vor allem Apple stand hier schon öfter in der Kritik – Quelle. Hier sollte man sich also auch die Frage stellen, ob man denn jedes Jahr ein neues Handy braucht oder auch ein gebrauchtes Gerät ausreicht.

Zusammenfassend kann man also sagen – Günstige Preise fördern:

  • Kinderarbeit
  • schlechte Löhne
  • marode Fabriken und Produktionsgebäude
  • veraltete und unsichere Technik
  • Umweltbelastung durch verschiedene Schadstoffe (kein Geld für geeignete Entsorgung)
  • fehlenden Arbeitsschutz

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Dein Konsumverhalten entscheidet, wie unsere Welt gestaltet wird

Elisabeth und ich kaufen überwiegend in kleinen Läden ein – nicht nur Lebensmittel, auch andere Dinge des alltäglichen Bedarfs. Denn eines ist Fakt: Kaufen alle nur noch bei großen Firmen im Internet, wird es die kleinen Läden irgendwann nicht mehr geben. Und sicherlich weiß jeder, wie die großen Firmen produzieren und wie die dortigen Arbeitsbedingungen sind. Und genau dies wollen wir nicht unterstützen. Radschuhe für mein Fahrrad beispielsweise, haben mich im Laden 100% mehr gekostet als das gleiche Modell bei einem großen Anbieter im Internet. Aber genau diese Preisspanne ist es mir auch wert. Ich möchte eben nicht nur auf große Firmen angewiesen sein, sondern möchte auch die kleineren und sozialeren Geschäfte unterstützen. Und dafür geben wir auch gerne mehr Geld aus. Auch hier entscheidet wie immer Angebot und Nachfrage. Die Ausrede: “Was kann einer alleine denn schon bewirken?”, zählt hier also nicht! Bereits wenige Menschen können kleinere Läden stark unterstützen. Und je mehr Zustimmung diese bekommen, desto mehr Mitarbeiter können sie einstellen, neue Standorte erschließen, ihre Produktvielfalt vergrößern usw.

Natürlich sind auch wir nicht perfekt. Auch wir kaufen noch einige Dinge, welche in Plastik verpackt sind. Auch wir bestellen hin und wieder im Internet gewisse Produkte. Doch, wo es nur geht, versuchen wir eben dies zu vermeiden. Und siehe da: Es gibt immer mehr Menschen in unserem Umfeld, welche auch Kleinigkeiten in ihren Alltag optimieren und versuchen nachhaltiger zu gestalten. Man muss eben nur beginnen!