Noch immer unterscheiden die meisten Menschen zwischen “Nutztieren” und “Haustieren”. Leider mit fatalen Folgen für die betroffenen Lebewesen. Da werden die Einen auf Händen getragen und für die Anderen, in beklemmende Ställe gesperrt, können Tierschutzsiegel beantragt werden. Wir sagen dazu: verkehrte Welt!

“Das kann man doch gar nicht miteinander vergleichen!”

Ungefähr so versuchen sich die meisten dann herauszureden. Schließlich gibt es ja Nutz- und Haustiere. Jeder Sparte sind spezielle Rollen zugewiesen und dürfen auch entsprechend behandelt werden. Wie sehr sich diese Handlungen auf die Tiere auswirken, spielt dann leider kaum noch eine Rolle. Kühen und Schweinen werden Gefühle abgesprochen, ohne mit der Wimper zu zucken.

Aber genau DAS kann und sollte man auch miteinander vergleichen. Hier einmal ein paar gängige Beispiele aus der Praxis.

  • Töte ein Schwein – lecker Schnitzel. Töte einen Hund – Tierquälerei.
  • Wirf eine Katze in eine Mülltonne – Tierquälerei. Wirf Ferkel zum Sterben in eine Mülltonne – gängiger Ausschuss bei der “Produktion”.
  • Sperr einen Hund ein – Tierquälerei. Sperre tausende Hühner auf engstem Raum ein und und du kannst ein Bio- oder Tierschutzsiegel beantragen.
  • Schieße mit einem Luftgewehr auf einen Vogel – Tierquälerei. Töte jährlich Millionen von Küken, indem du sie mit einem Schredder lebendig zerfetzt – erst kürzlich von einem Gericht als legale Methode zugelassen.

Und diese Liste könnten wir leider ewig weiterführen. Wenn auch du so denkst, dann solltest du dir folgende Fragen stellen!

  • Worin genau unterscheiden sich denn die Tiere?
  • Wieso sollte das Leid der Einen, nicht auch das Leid der Anderen sein?
  • “Das haben Menschen schon immer so gemacht.”, “Die Tiere werden ja extra dafür gezüchtet.” – Sind das wirklich angemessene Begründungen und Rechtfertigungen für einen solchen Umgang mit den Tieren?
  • Wäre ich selber in der Lage, Tieren solche Qualen zuzufügen?

Eine anerzogene Denkweise, die aufhören muss

Warum denken die meisten Menschen so? Ganz einfach: Erziehung, soziales Umfeld und Medien haben uns diese Gedenken eingepfercht. Kaum einer hat solche Sachverhalte hinterfragt und sie ohne genaueres Ergründen an die nächste Generation und sein Umfeld weitergegeben. Aber auch in der Schule und natürlich den sozialen Medien wird uns diese Ansicht Tag für Tag aufgedrängt.

Schaut z. B. einmal bei Google nach dem Begriff “Tierquälerei”. Dort werdet ihr kaum Bilder und Beiträge zu Kühen, Schweinen oder Enten finden. Aber was dort in Massen gefunden wird, sind Beiträge zu Hunden, Katzen und Pferden. Auch in Schul- und Kinderbüchern sind die Rollen klar verteilt. Hinter den Zäunen stehen Tiere, die gegessen werden dürfen und an der Seite des Menschen stehen jene, die geschätzt und geliebt werden sollen.

Damit dies endet müssen wir unsere Sichtweise ändern. Und ja, es ist möglich! Es wird der Tag kommen, an dem man dieses Leid nicht mehr rechtfertigen und ignorieren kann. Man wird sich fragen, wieso tuen wir das eben diesen Tieren an? Wieso beschützen wir unsere Hunde, aber töten Tag für Tag Millionen andere hilflose Lebewesen, nur damit wir sie essen können?

Legalisierte Tierquälerei wohin man auch schaut

Schaut man sich diese Welt an, findet man an jeder Ecke ausgebeutete Tiere, zum Zwecke der Belustigung und Zeitvertreib der Menschen. Manches wird sogar als Sport bezeichnet.

  • Angeln – Fische mit Hilfe von Haken aus dem Wasser ziehen und ersticken lassen oder mit Schlägen auf den Kopf töten.
  • Reitsport – Pferde rennen oder springen über Hindernisse. Ironischerweise verheilen bei diesen Tiere Knochenbrüche kaum oder gar nicht, sodass sie bei einer dieser Verletzungen eingeschläfert werden müssen. Würdet ihr euch mit brüchigen Knochen auch für Hindernislauf oder Weitsprung entscheiden?
  • Zirkus – Tiere werden in kleinen Käfigen gehalten und zur Belustigung der Menschen sollen sie Kunststücke lernen oder sich alberne Verkleidungen anziehen lassen.
  • Zoos – Tiere von überall auf der Welt werden ihrer Heimat entrissen und in kleine Gehege gesperrt, wo sie meist bis zu ihrem Tod gehalten werden. Jeden Tag kommen Hunderte oder Tausende Menschen und machen Fotos (teilweise mit Blitzlicht), klopfen an Scheiben, werfen ungesundes Essen hinein oder provozieren die Tiere durch lautes Rufen. Stelle euch vor, ihr müsstet das Tag für Tag ertragen!
  • Kutschen und Ponykarussells – Egal, bei welchem Wetter müssen die Tiere bis zu 8 oder mehr Stunden am Tag im Kreis laufen oder Kutschen ziehen. Umringt von lauten Menschen und Autos sollen sie dann auch noch die Ruhe bewahren.
  • Fischpediküre – Ein neuer Trend bei dem kleine “Knabberfische” Hornhaut abnagen sollen. Die Tiere bekommen zwischen den Behandlungen nicht zu essen, schließlich sollen sie sich ja am menschlichen Füßen satt essen. Aus hygienischen Gründen (damit keine Krankheiten von Fuß zu Fuß übertragen werden), werden die Tiere nach der Behandlung getötet oder kommen in ein Quarantänebecken. Wir krank ist das eigentlich? Fische, die sich ausschließlich von abgestorbener, menschlicher Haut ernähren. Und das soll artgerecht und tierfreundlich sein? Da bekommen wir nur das trockene Würgen!
  • Züchtung von Hunden und Katzen – Hunde, die kaum atmen können, da die Schnauze stark deformiert ist. Katzen ohne Fell. Dem Züchterwahn sind keine Grenzen mehr gesetzt. Tierheime sind ausgelastet und trotzdem entscheiden sich immer noch viele Menschen für ein Tier vom Züchter. Möglichst billig sollte es natürlich sein. Da werden Schnäppchen mit kranken und überzüchteten Tieren auf Internetportalen gemacht, ohne auch nur einen Gedanken an die Gesundheit des Tieres zu verschwenden.
  • gängige Gebrauchsgegenstände für Tierquälerei – Angelhaken, Stachelhalsbänder, Peitschen, Gerten, Elektroschockhalsbänder, Elefantenhaken, Stacheldraht- oder Stromzäune, Bolzenschussgeräte und viele mehr. Klingt übertrieben? Würde es auch gefallen, wenn ihr mit einer Gerte geschlagen werdet, nur weil ihr nicht nach dem Willen eures Chefs handelt? Würde es euch gefallen, wenn euer Arbeitsplatz mit einem Elektrozaun begrenzt ist? Würde es euch gefallen, dass man euch ein Stachelhalsband anlegt, nur weil ihr zu langsam lauft? Auch wenn einige dieser Gegenstände offiziell verboten sind, werden sie dennoch eingesetzt. Viele davon haben wir oft genug mit eigenen Augen gesehen!

Wer sich jetzt denkt: “Da übertreibt ihr aber gehörig!”, sollte einmal tief in sich gehen. All diese Praktiken und Zustände werden nur unter dem Deckmantel der artgerechten Haltung betrieben. Schaut euch die Zustände genau an. Lest Beiträge und Artikel zu diesen Themen. Immer wieder wird auf die miserablen Zustände in z. B. Zoos, Zirkusse und Ponykarussells hingewiesen. Und das soll alles nur eine Ausnahme und nicht die Realität sein? Wohl kaum. Wir quälen und beuten Tiere, wo es nur geht, aus. Und das muss aufhören. Schnellstmöglich!