Geiz ist nicht geil

“Das kann ich mir leider nicht leisten.” – aber ein Handy für 500 Euro in der Hand halten.

“30 Euro für ein Fitness-Studio in Monat? Das ist mir viel zu teuer.” – aber für 50 Euro oder mehr im Monat auswärts essen gehen, weil man zu faul zum kochen ist.

Ihr habt es vielleicht schon gemerkt, dies wird ein richtiger Meckerbeitrag! Wie oft hören wir Ausreden und Begründungen, wieso man sich gewisse Dinge nicht leisten kann oder besser gesagt, leisten will. Denn ebenso wie mit unserem Alltag und unserem Zeitmanagement, ist auch unser Geldmanagement immer eine Frage der Priorität. Entscheidend ist also nicht wie viel man ausgeben möchte, sondern wie wichtig oder wie wertvoll einem diese Dinge sind.

Der Bezug zur Realität ist völlig verloren gegangen

Nehmen wir doch mal ein einfaches Beispiel. Ein Klassiker schlechthin – unser Handy! Hier wird kaum mit der Wimper gezuckt und schon ist das gute Stück für 500 Euro oder mehr gekauft. Steht man dann kurze Zeit später im Supermarkt an der Obstabteilung, greift man beherzt zu den billigsten Äpfeln oder Bananen, da man kein Geld für gesunde, fair produzierte und regionale Lebensmittel übrig hat.

Zu Hause angekommen, setzt man sich vor seinen 40 Zoll Fernseher, schaut etwas auf Netflix und lässt den Abend mit Fertigpizza ausklingen, da man kein Geld zur Hand hat, um täglich frisch zu kochen.

Um am nächsten Tag dann auf Arbeit zu fahren, benötigt man natürlich immer ein Auto. Selbst für kurze Wege sind sich viele nicht zu schade, das motorisierte Gefährt zu nutzen. Schließlich wäre ein gutes Fahrrad oder eine Monatskarte für Bus und Bahn viel zu teuer. Die notwendigen Reifen- oder Ölwechsel können dann auch nur in Bar bezahlt werden, da die zusätzlich anfallenden Steuern auf einer Rechnung nicht drin sind im Budget.

Und genau so könnten wir ewig weiter argumentieren, auch wenn diese Beispiele ein wenig übertrieben dargestellt sind. Ihr wisst schon, worauf wir hinaus wollen.

Ein großes Problem im Umgang mit Lebensmitteln

Vor allem bei Lebensmitteln kennt der Geiz keine Grenzen. So billig wie möglich soll es sein – Herkunft, Verarbeitung und Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit spielen kaum eine Rolle. Hier ein kleines Beispiel, was wir damit meinen: 1 kg Kaffeekapseln kosten hochgerechnet ca. 80 Euro. Bio-Kaffee, hergestellt unter fairen Bedingungen bekommt man das Kilo für ca. 20 Euro. Aber genau diese 20 Euro sind fast jedem Kaffeetrinker viel zu teuer. Stattdessen kaufen sie die Kapseln, ohne die Preise einmal zu vergleichen. Natürlich steckt hier auch eine clevere Strategie der Konzerne dahinter, die ebenfalls von kaum einem Konsumenten hinterfragt wird.

Ein anderes wohl sehr bekanntes Beispiel stellt Grillen im Sommer dar. Da landen auf Hightech-Grills für mehr als 300 Euro die billigsten Würstchen und Steaks, da Tofu bzw. Bioprodukte natürlich unerschwinglich sind. Wäre es hier nicht viel sinnvoller, es genau umgekehrt zu machen?

Auch im Veganismus steht vielen Menschen offenbar das Geld im Wege. Aber genau hier wären wir wieder bei unserem Statement vom Anfang. Es wird lieber Geld in teure Kleidung, Autos und anderen Statussymbolen investiert, statt in gesundes und fair produziertes Essen, welches zudem Umwelt und Tiere schont. Was man davon hat? Im Besten Falle eine lange und zufriedenstellende körperliche Gesundheit und einen Planeten, welcher nicht komplett zerstört und verschmutzt ist. Doch scheinbar reicht dies vielen nicht als Beweggrund aus. Hinzu kommt, dass wir einfach den Wert gesunder und guter Lebensmittel schlichtweg nicht mehr kennen. Verroht durch Discounter, Schnäppchen und Ausverkäufe haben wir einfach vergessen, was gutes Essen kostet.

Letztendlich gibt es keine günstigen Lebensmittel. Irgendjemand muss für das, was wir einsparen bezahlen. Seien es ausgebeutete Arbeiter oder Tiere, Umweltschäden oder anfallender Müll, weil alles in Plastik verpackt ist. Niemand spart bei dieser Geschichte. Die Kosten werden einfach nur verlagert. Meist erwischt es natürlich die, die ohnehin schon am schlimmsten dran sind! Selbiges gilt natürlich auch für Kleidung und Elektroartikel made in Taiwan, China oder Japan. Dort wird zu lächerlichen Löhnen geschuftet, Arbeitsschutz ist ein Fremdwort und die großen Fabriken belasten die dortige Umwelt extrem.

Die wirklich wichtigen Dinge kann man mit Geld nicht kaufen

Schauen wir uns doch einmal an, was im Leben wirklich wichtig ist:

  • körperliche und mentale Gesundheit
  • Zufriedenheit
  • Zeit für Familie und Freunde
  • Freizeit
  • Glücklich sein
  • Zeit für Erholung und Entspannung

Kann man sich auch einen dieser Punkte mit Geld kaufen? Viele Menschen denken leider so. Sie hoffen darauf, dass teure Autos, große Wohnungen, Markenkleidung und moderne Handys glücklich und zufrieden machen. Leider ist dieser Zustand nicht lange von Dauer und es muss immer wieder etwas Neues gekauft werden und zack: willkommen in unserer Konsumgesellschaft! Wäre es hier nicht viel sinnvoller, an seiner Person, seinem Umfeld und an seiner Gesundheit zu arbeiten?

Wir hoffen diese Worte haben dir eine neue Sicht eröffnet und zum Nachdenken angeregt. Wir sollten uns wieder auf die wirklich wertvollen Dinge besinnen und aufhören, uns und den Planeten zu Tode zu sparen!

Denn ebenso wie mit der Zeit, ist es auch mit dem Geld immer eine Frage der Priorität. Denn zwischen nicht können und nicht wollen gibt es einen großen Unterschied!