Immer wieder wenden sich Menschen an mich, um sich bei ihren Ernährungsgewohnheiten helfen zu lassen. Dazu zählt natürlich nicht nur was und wie viel gegessen wird, sondern auch wie viel getrunken wird. Und immer wieder bin ich erschrocken, dass es Personen gibt, die weniger als 500 ml am Tag trinken. Einige verspüren kein Durstgefühl und andere vergessen es schlichtweg. Doch mit kleinen Helfern kann man es sich innerhalb weniger Tage angewöhnen, ausreichend und regelmäßig zu trinken.

Warum wir immer ausreichend trinken sollten

Eine Faustregel besagt: mindestens 2 Liter (vorzugsweise Wasser) am Tag sollten es sein. Wissenschaftlich betrachtet gibt es allerdings keine Hinweise darauf, wer diese These jemals aufgestellt hat und belegt wurde sie ebenfalls nicht. Trotzdem gibt es eine empfohlene Menge gibt, aber hier sollte natürlich der Alltag immer berücksichtig werden. Denn nicht jeder Mensch braucht auch die gleiche Menge an Flüssigkeit. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte ein Erwachsener ca. 1,5 Liter Wasser am Tag trinken. Wer weniger trinkt und dies über einen längeren Zeitraum, kann seinem Körper stark schaden, insbesondere den Nieren.

Andere Symptome können sein:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • ständiges erschöpft sein
  • Verstopfung
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • dunkle Färbung des Urins

Wann sollte ich mehr als die empfohlene Menge trinken

Es gibt Personengruppen die natürlich mehr als die empfohlenen 1,5 Liter Wasser trinken sollten. Betroffen sind hiervon:

  • Sportler
  • Menschen mit hoher körperlicher Belastung
  • Menschen, welche schnell und viel schwitzen

Aber auch die äußeren Umstände oder Erkrankungen spielen eine Rolle:

  • große Hitze oder extreme Kälte
  • Fieber
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Nierenkranke

Wie kann ich mir angewöhnen, regelmäßig zu Trinken

Oftmals ist es eine Mischung aus Vergessen und mangelndem Durstgefühl. Was kann ich also tun, um tagsüber mehr Wasser zu trinken?

  • Nutze dein Handy – Vielleicht die Nervigste, aber sicherste Methode. Stelle dir einen Alarm auf deinem Handy. Alle 30 Minuten zeigt dir dieser dann auf, dass du etwas trinken solltest. Einen kleinen Schluck aus der Flasche oder einer Tasse. Der Vibrationsalarm reicht hier auch schon aus.
  • Verteile Klebezettel – Ein Zettel am Monitor, einer im Bad am Spiegel, einer in der Küche am Kühlschrank und einer am Kleiderscharank. Schreibe dort einfach das Wort “Trinken” darauf und du wist immer wieder daran erinnert, etwas zu trinken. Nach einigen Tagen sollte sich diese Gewohnheit so etabliert haben, dass du die Zettel nicht mehr benötigst.
  • Markiere deine Trinkflasche – Die beste Methode, um genau festzuhalten, wie viel man tagsüber getunken hat. Nimm einen wasserfesten Stift und schreibe auf der Flasche, von oben nach unten, die Uhrzeiten drauf. Der Morgen fängt oben auf der Flasche an und die Uhrzeit, bei der du ins Bett gehst, steht ganz unten auf der Flasche. Ziel ist es hierbei, immer im Auge zu behalten, ob man zu den eingetragenen Zeiten auch die notwendige Menge bereits getrunken hat (wie bei einem Messbecher). Ebenfalls kann man beide Seiten der Flasche markieren. Auf die eine Seite kommen die Uhrzeiten von 8-15 Uhr und auf die Andere von 15-22 Uhr. So kann man die Flasche auch wieder auffüllen und hat trotzdem immer die korrekte Zeit und Menge im Blick.
  • Menschen in deinem Umfeld sollen dich erinnern – Ziel ist es hierbei nicht, die eigene Verantwortung zu 100 % abzugeben, sondern immer mal wieder daran erinnert zu werden, ob man denn auch schon etwas getrunken hat.
  • Halte dir die negativen Auswirkungen vor Augen – Die Angst treibt es dann schon rein :).

Ich erinnere mich noch an das Jahr 2012. Bei einer Routineuntersuchung kam heraus, dass einer meiner Nierenwerte 20-fach erhöht war und das, obwohl ich ausreichend getrunken hatte. Ich bekam sofort Sportverbot, musste jeden Tag 10 Liter Wasser trinken und bekam zudem eine Woche lang täglich 2 Liter per Infusion verabreicht, um die Nieren ordentlich durch zu spülen. Der Wert normalisierte sich nur sehr langsam aber mir wurde dadurch sehr deutlich bewusst, dass man es nicht immer merkt, wenn die Niere bereits am Limit arbeitet. Um diese Situation nicht noch einmal zu provozieren, trinke ich seitdem mindestens 3 Liter oder mehr am Tag und lasse natürlich besagten Wert regelmäßig untersuchen. Doch soweit muss es erst gar nicht kommen. Daher – immer und ausreichend trinken!